- Start - Flugblatt - Inhalt - Über mich - Informationenzum Seitenende - Danke - Witze - Links - Fragen - Diskussion -

Psychotherapiekritik - Kurzbeschreibung

Kernaussage meiner Kritik - Therapeutisches Fehlverhalten - Psychotherapeutische Berufspflichten - Bevormundung und Irreführung - Konstruieren von Wirklichkeiten - Qualitätssicherung ohne Kontrolle - Behandlungsverträge - Absagen und Terminversäumnisse - Placebo-Effekt - Rufschädigung ohne Entgegnung - Bedenkliche Argumente - Gesellschaftskritik - Positives - Auswege

Kernaussage meiner Kritik:

Der psychotherapeutische Berufsstand gilt als besonders verantwortungsvoll und stellt den Anspruch, neben dem ärztlichen an der Spitze unseres Gesundheitssystems zu stehen. PsychotherapeutInnen sind durch ihre geschützte Berufsbezeichnung, Umsatzsteuerbefreiung und Krankenkassen-Pflichtleistungen privilegiert. Doch hinsichtlich Überprüfbarkeit und Haftung sind sie eher mit den AnbieterInnen von Esoterik vergleichbar. Keine psychotherapeutische Fehlleistung führt zu einer Schadenshaftung.

"Schwarze Schafe" gibt es wohl in jedem Berufsstand, aber hier werden sie besonders bereitwillig geduldet. Seit Juli 2005 stellt der ÖBVP (Österreichischer Bundesverband für Psychotherapie) "...erstmals ein transparentes und durchführbares Disziplinarrecht..." in Aussicht. Damit ist klar, dass es weder bisher noch derzeit ein solches gibt.



Therapeutisches Fehlverhalten

- Ein Klient verlangt nach mehreren Jahren Gruppentherapie Einsicht in die vom Therapeuten gemachten Aufzeichnungen. Der Therapeut "bearbeitet" mit der Gruppe dieses Anliegen, erlaubt die Einsichtnahme aber nicht.

- Ein Klient verlangt nach vielen Jahren Gruppentherapie die Bekanntgabe der Diagnose. Der Therapeut sagt zunächst: "Darum geht es nicht". Der Klient bringt seine Forderung aber immer wieder vor. Als Nächstes sagt der Therapeut, es gäbe in der Psychotherapie keine punktuelle Diagnose, der Behandlungsprozess selbst sei gleichzeitig auch Diagnose. Wieder etwas später sagt er, zum Schutz des Klienten dürfe er ihm die Diagnose nicht mitteilen. Schließlich gibt er sie doch bekannt. Die Diagnose enthält unter Anderem "querulatorische Tendenzen". Auf die Frage, warum er die Diagnose nicht einfach bei der ersten Anfrage mitgeteilt hat, sagt er: "Siehst du, du fängst schon wieder an".

- Ein Therapeut teilt seiner Therapiegruppe mit, dass der nächste Termin ausfällt. Er erlaubt der Gruppe jedoch, diese Sitzung in seiner Praxis ohne ihn durchzuführen, denn es wäre jemand da, der die Tür öffnet. Was das kosten würde, sagt er nicht. Die Gruppe nimmt diesen Vorschlag an. Bei der nächsten Sitzung mit dem Therapeuten verlangt dieser das Honorar für zwei Sitzungen, denn die ohne ihn durchgeführte Sitzung kostet denn vollen Preis. Die Gruppe reagiert unmutig, bezahlt aber widerwillig die Hälfte für die therapeutenlose Sitzung. In einer anderen Gruppe warnt später ein Teilnehmer die übrigen, da diese ebenfalls Sitzungen ohne Therapeut planen. Der Therapeut bezeichnet diese Schilderung aber als unwahr, sodass dieser Klient in der Gruppe als Lügner gilt. Er bezeichnet es aber als korrekt, auch für Sitzungen, bei denen der Therapeut "in der Fantasie der Gruppe" anwesend ist, das volle Honorar zu verlangen. Ca. zwei Jahre später gibt er nachträglich zu, das auch selbst gemacht zu haben. Für den Teilnehmer, der inzwischen als Lügner galt, gibt es keine Entschuldigung.

- Ein psychisch Kranker sucht einen Therapieplatz. Am Ende eines Erstgesprächs will er eine Behandlung beginnen. Der Therapeut lehnt aber mit der Begründung ab, dass er keine Raucher behandelt. Im Vorhinein hat er davon nichts erwähnt. Das Erstgespräch muss dennoch bezahlt werden.

- Ein Klient bricht nach zehn Jahren seine Behandlung ab, da diese keine Besserung gebracht hat und er nun nicht mehr an die Möglichkeit einer Besserung glaubt. Nun teilt ihm die Therapeutin mit, dass ihrer Ansicht nach eine Behandlung ohnehin sinnlos sei, wenn sie nicht nach spätestens drei Jahren zu einer Besserung führt. Sie hat ihn also sieben Jahre lang behandelt, ohne selbst einen Erfolg für möglich zu halten.

- Eine minderjährige Klientin macht im Verlauf einer therapeutischen Behandlung einen immmer kränkeren Eindruck und wird magersüchtig. Aus Sorge um ihre Tochter verlangen die Eltern von ihr, die Therapeutin zu wechseln. Die Tochter vertraut aber der Therapeutin. Die Eltern sind nicht mehr bereit, eine Fortsetzung dieser Behandlung zu bezahlen. Sie erhalten aber einen Brief vom Anwalt der Therapeutin, in dem diese ausrichten lässt, dass eine weitere Behandlung bei ihr unbedingt erforderlich sei, und dass sie ihr Honorar bei Nichtzahlung gerichtlich einklagen würde. Aus Furcht davor bezahlen die Eltern weiter, bekommen aber keine Auskünfte über den Verlauf der Behandlung. Nach einiger Zeit bricht die Tochter die Behandlung endlich ab und bereut, dieser Therapeutin so lange vertraut zu haben. Die anwaltliche Drohung stellt sich nachträglich als unberechtigt heraus. Eltern sind nicht verpflichtet, für eine Behandlung ihres Kindes, mit der sie nicht einverstanden sind, zu zahlen. Die Therapeutin muss die bereits bezahlten Honorare aber nicht rückerstatten.

- Eine Therapeutin empfiehlt ihrer Klientin als sinnvolle Freizeitbeschäftigung, mit dem Hund der Therapeutin spazieren zu gehen. Allmählich wird daraus eine Pflicht, die selbstverständlich unentgeltlich zu leisten ist. Die Klientin braucht ziemlich lange, bis sie erkennt, dass sie missbraucht wird. Eine Beschwerde führt dazu, dass die Therapeutin der Klientin nachträglich Geld für ihre Leistung zahlen muss. Sie darf aber ihr erhaltenes Honorar behalten und muss keine Strafe zahlen.

- Bei einer Hypnosetherapie erhält die Klientin die Anweisung, die Augen geschlossen und den Mund offen zu halten. Bei einer dieser Sitzungen kommt es zu einer Störung von außen. Die Klientin öffnet kurz die Augen und sieht, dass der Therapeut seinen Penis knapp an ihren Mund heran gehalten hat und sich schnell zurück zieht. Sie ist schockiert, aber eine Beschwerde ist erfolglos, da sie nichts beweisen kann. Sie behandelt dieses Therapietrauma in einer weiteren Behandlung.

- Eine Klientin hat so viel Vertrauen zu ihrer Therapeutin, dass sie kostenlos Arbeitsleistungen für sie erbringt: kochen, putzen, einkaufen, etc. Im Laufe der Zeit wird immer mehr von ihr verlangt, und schließlich schreibt sie sogar mit ihrem PC Gutachten und Anträge an die Krankenkasse, da die Therapeutin zu wenig Computerkenntnisse hat. Dadurch wird sie auch mit den Leiden anderer psychisch Kranker konfrontiert und erhält sensible Daten, die streng vertraulich sind. Nachdem die Krankenkasse keine weitere Behandlung mehr bezahlt, wird die Beziehung privat weiter geführt, bis ein Streit zum Abbruch führt. Erst jetzt wird der Klientin das krasse Fehlverhalten der Therapeutin allmählich bewusst. Sie kämpft Jahre lang darum, die Therapeutin zur Verantwortung zu ziehen. Als es endlich zu einem Schiedsgerichtsverfahren kommt, streitet die Therapeutin alles ab und erhebt schlimme Gegenvorwürfe. Dennoch muss sie einen Geldbetrag an einen gemeinnützigen Verein bezahlen. Dafür wird das Verfahren eingestellt. Die Klientin erhält nichts, die Therapeutin kann unbescholten weiter arbeiten.

Obige Beispiele habe ich nicht frei erfunden. Sie sind selbst erlebt, wurden mir mündlich oder schriftlich berichtet, oder im Fernsehen gebracht. Gerichtlich beweisbar sind sie allerdings nicht.

Psychotherapeutisches Fehlverhalten kann sehr viele verschiedene Formen und Schweregrade annehmen:
- das Kassieren des Honorars ohne Rechnung;
- die Empfehlung, sich das Geld für die Behandlung durch Schwarzarbeit zu verdienen;
- der Vorwurf, dass der Klient eigentlich nicht gesund werden wolle;
- die Drohung, dass sich ohne weitere Behandlung die Krankheit verschlimmern würde;
- das Eingehen anderer wirtschaftlicher oder privater Beziehungen zu KlientInnen, von der Anstellung als Haushaltshilfe bis hin zum Sexualkontakt.

Ich kann leider keine auch nur annähernd vollständige Liste anbieten.



Psychotherapeutische Berufspflichten

Im Österreichischen Psychotherapiegesetz (PthG) 1990 sind in den §§ 14 bis 16 die "Berufspflichten des Psychotherapeuten" angeführt, die gleichzeitig Rechte der Behandelten darstellen. Der § 23 enthält die Strafbestimmungen für Verstöße gegen die Berufspflichten. Unter Anderem müssen dem Behandelten alle Auskünfte über die Behandlung erteilt werden, und es dürfen keine unwahren Informationen erteilt werden. Für Zuwiderhandeln sind Geldstrafen bis zu 3.633 Euro (50.000 Schilling) vorgesehen.

Zur "Konkretisierung, Interpretation und Ergänzung" des Gesetzes wurde aber 1992 ein Berufskodex (auch Ethikrichtlinien oder Standesregeln genannt) erlassen, und dort ist von einer umfassenden Auskunfts- und Wahrheitspflicht nur noch sehr wenig vorhanden: Es werden kaum Aufzeichnungen verlangt, die über Art, Umfang und Kosten der Behandlung hinaus gehen. Die Bekanntgabe der Diagnose ist nicht vorgesehen. Eine Wahrheitspflicht wird nur im Hinblick auf Leistungen in der Öffentlichkeit erwähnt, nicht jedoch im Umgang mit den KlientInnen.

Weder im Psychotherapiegesetz noch im Berufskodex sind Haftungsbestimmungen enthalten.



Bevormundung und Irreführung

Häufig wird in der Psychotherapie davon ausgegangen, dass selbst gemachte Erkenntnisse besser wirken als mitgeteilte, und dass psychisch Kranke sogar jene Informationen, um die sie ausdrücklich bitten, nicht verkraften oder nicht richtig verstehen könnten. Daher werden den KlientInnen mitunter beharrlich wichtige Informationen vorenthalten. So kann z.B. die Bekanntgabe und Erläuterung der Diagnose "zum Wohl des Klienten" verweigert werden. Durch diese bevormundende Haltung werden KlientInnen daran gehindert, jenes Maß an Informiertheit zu erlangen, das für eine sinnvolle Auseinandersetzung mit ihrer Situation nötig ist.

Irreführungen ergeben sich aus dem problematischen Umgang mit dem Begriff "Wahrheit", der nichts Anderes als "konstruierte Wirklichkeit" bedeutet.



Konstruieren von Wirklichkeiten

Psychotherapeutische Behandlungen sind wissenschaftlich fundiert. Es ist aber auch unter anerkannten WissenschaftlerInnen umstritten, was als Wissenschaft gilt. Die Psychotherapie ist der wissenschaftlichen Richtung des "Konstruktivismus" zugehörig. Hier wird davon ausgegangen, dass dem Menschen ein objektives Begreifen der Welt nicht möglich ist. Alle Menschen sind "Kosmopoeten", die nur zu subjektiven Vorstellungen, nicht aber zu objektiven Erkenntnissen imstande sind.

Die Folge davon ist leider, dass die psychotherapeutische Wahrheitspflicht zur Leerformel wird, da auch jede üblicher Weise als falsch geltende Aussage als subjektiv wahr und damit als Wahrheit gelten kann. Irrtümer sind vermutete Wahrheiten, Lügen sind behauptete Wahrheiten. Jede Einbildung wird für genau so wahr genommen wie ein seit Langem als gültig anerkanntes Naturgesetz. Es gilt daher nicht als Mangel, dass psychotherapeutische Konzepte untereinander und auch in sich selbst widersprüchlich sind. Der Spielraum erlaubter therapeutischer Aussagen ist extrem groß, denn es geht nicht um das Erkennen von Tatsachen, sondern um das Konstruieren von subjektiven Wirklichkeiten.

Keinen Spielraum gibt es aber beim Kassieren der Honorare. Hier reicht die subjektive Meinung, schon bezahlt zu haben, natürlich nicht. Es muss rechtzeitig und mit überprüfbar echtem Geld bezahlt werden.



Qualitätssicherung ohne Kontrolle

Der psychotherapeutische Berufsstand rühmt sich einer "vorbildlichen Qualitätssicherung". Die Ausbildung ist langwierig, schwierig und teuer. Und wer bereits in der Psychotherapeutenliste steht, ist zur jährlichen Weiterbildung verpflichtet. Auf Grund der mangelhaften Dokumentationspflichten sind die Behandlungen aber inhaltlich nicht kontrollierbar. Für Schäden aus Behandlungsfehlern kann es in der Praxis also zu keiner Bestrafung und auch zu keiner Entschädigung kommen.

Man stelle sich vor, Autofahrer müssten jedes Jahr mindestens zwei Wochen lang eine Fahrschule besuchen, um den Führerschein behalten zu dürfen. Dafür würden sie bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung nicht bestraft werden, und sie müssten für Unfallschäden nicht haften, denn sie sind ja ohnehin gut ausgebildet und die Ausbildung wird auch ständig verbessert. Demgemäß erübrigt sich auch der Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Für mich ist so eine einseitige Art der Qualitätssicherung nicht zufrieden stellend.



Behandlungsverträge

Ein Behandlungsvertrag kann bereits durch eine bloß mündliche Vereinbarung zustande kommen. Im Rahmen ihrer Ausbildung wird angehenden PsychotherapeutInnen aber empfohlen, mit ihren zukünftigen KlientInnen schriftliche Behandlungsverträge abzuschließen, in denen die gegenseitigen Pflichten und Rechte beschrieben sind. Ich würde gerne einen Mustertext wiedergeben, aber mir ist leider keiner bekannt. Meiner Befürchtung nach sind die Pflichten der TherapeutInnen ziemlich unklar (Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen und nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen) und die der KlientInnen sehr genau (Höhe des Honorars, Bezahlung auch bei Absage und Terminversäumnis) beschrieben.

Oft wissen die KlientInnen nicht, wie wenig Rechte sie eigentlich haben, da sie kaum darüber informiert wurden und die Behandlung auf gegenseitigem Vertrauen beruht. Dann müssen sie überrascht zur Kenntnis nehmen, dass sie kaum Antworten auf Fragen zur Behandlung bekommen, und dass es kaum Aufzeichnungen gibt, in die sie Einsicht nehmen dürfen.



Absagen und Terminversäumnisse

Wenn ein Klient einen Behandlungstermin versäumt oder zu spät absagt, darf der Therapeut das volle Honorar kassieren, ohne dass er eine therapeutische Leistung erbringt. Bei einer von der Krankenkasse finanzierten Behandlung bedeutet das, dass diese Sitzungen nicht von der Kasse, sondern vom Klienten zu bezahlen sind, da ja keine Behandlung statt findet. Auch eine Absage am Vortag reicht oft nicht aus, um kostenfrei zu bleiben. Der Therapeut kann den Termin nützen, um sich auszuruhen, zu lesen, zu telefonieren, Sachen zu ordnen, etc. Bei einer Absage kann er den Termin auch ein zweites Mal vergeben und dadurch doppelt kassieren.

Im umgekehrten Fall sieht es anders aus. Wenn ein Therapeut einen Termin nicht einhält, wird der Klient meist nicht entschädigt. Erfährt er es rechtzeitig, kann er wenigstens gleich zu Hause bleiben. Ansonsten steht er aber vor einer verschlossenen Tür und wartet vergeblich. Wegkosten, Weg- und Wartezeit werden nicht vergütet. Unter der Annahme, dass die Behandlung Leiden lindert, kommt es auch zu einer Leidensverlängerung.

Ich habe noch nie von einigermaßen symmetrischen Absageregeln gehört oder gelesen. Hier kommt die einseitige Verteilung der gegenseitigen Pflichten und Rechte deutlich zum Ausdruck.



Placebo-Effekt

Der beste Rat, den mir ein Therapeut je gegeben hat, ist die Empfehlung gewesen, mich von jeder Psychotherapie fern zu halten, da ich eine negative Einstellung dazu habe. Das lässt aber auch deutlich erkennen, dass nicht die tatsächliche therapeutische Leistung, sondern deren Einschätzung durch die Behandelten den Erfolg bestimmen. Angeblich wollen KlientInnen in der Behandlung auch religiöse Gefühle pflegen. Zwar geht es dabei nicht um das Leben nach dem Tod, aber der Glaube scheint grundsätzlich wichtiger zu sein als das Wissen.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zur Medizin: Ein Arzt würde wohl nie von einer notwendigen Operation abraten, wenn der Patient eine negative Einstellung zu Operationen hat.



Rufschädigung ohne Entgegnung

Manchmal wird mir vorgeworfen, dass durch meine negativen Äußerungen psychisch Kranke davon abgehalten werden, sich in eine hilfreiche Behandlung zu begeben. Ich bestreite nicht, dass meine Informationen den Ruf einer ganzen Berufsgruppe schädigen können. Der Vertrauensverlust entsteht aber noch nicht durch meine Kritik, sondern erst dadurch, dass die kritisierten Fachleute dieser Kritik nicht entgegnen. Die Standesvertretungen und viele andere TherapeutInnen wissen über meine öffentliche Warninformation Bescheid, sind aber zu keiner Stellungnahme bereit. Offensichtlich halten sie die dadurch entstehende Verunsicherung für zumutbar. Psychisch Kranke müssen also damit leben, dass diese Kritik schon seit vielen Jahren unwidersprochen in der Öffentlichkeit steht.

Da ich nicht unter einem Pseudonym auftrete, sondern mit richtigem Namen, Adresse, Telefonnummern usw., kann ich sehr leicht juristisch zur Verantwortung gezogen werden. Ich bin gerne bereit, mich für meine Veröffentlichungen auch vor Gericht zu verantworten.



Bedenkliche Argumente

Nachfolgend einige Argumente, die meiner Kritik manchmal entgegen gehalten werden. Sie sind allerdings "inoffiziell", denn es gibt keine Fachleute, die öffentlich mit ihrem Namen dazu stehen. Dennoch scheint die heutige Psychotherapie auf derartigen Ansichten aufgebaut zu sein:
- Glücklicherweise sind Therapeuten keine Maschinen, sondern Menschen. Und jeder Mensch macht Fehler.
- Psychotherapie hat so viele Vorteile, da müssen eben auch einige Nachteile in Kauf genommen werden.
- Schuldzuschreibungen sind in der Psychotherapie niemals hilfreich.
- Jede Krise ist eine Chance, und Fehler ermöglichen es, daraus zu lernen. Daher sind Behandlungsfehler etwas Positives.
- Die Behandlung ist dazu da, dass sich der Patient ändert, nicht der Therapeut. Dieser therapiert sich anderswo.
- Der Therapeut ist nicht dazu da, die Wünsche des Patienten zu erfüllen.
- Es gibt einen therapeutischen Vorbehalt, der es erfordert, Rechte des Patienten zu dessen Wohl einzuschränken.
- Es ist allein die Aufgabe des Patienten, den richtigen Therapeuten zu suchen und unpassende Behandlungen zu meiden.
- Die Behandlungen sind freiwillig, daher liegt die Verantwortung für eventuelle Misserfolge bei den KlientInnen.
- Die Psychotherapie ist ein Werkzeug, dessen Anwender nicht der Therapeut, sondern der Patient ist.

Leider folgt daraus, dass das Recht der TherapeutInnen, Fehler zu machen, über dem Recht der KlientInnen auf korrekte Behandlung steht. Es besteht geringes Interesse an einer Klarstellung darüber, was Behandlungsfehler sind. Daher bleiben sie weiterhin weitestgehend unvermeidlich.



Gesellschaftskritik

Es wäre zu oberflächlich, meine Warninformationen lediglich als Kritik an der Psychotherapie zu sehen. Der psychotherapeutische Berufsstand konnte sich ja nur deswegen zu seiner heutigen Form entwickeln, weil alle maßgeblichen gesellschaftlichen Kräfte ihn unterstützen und auf Kritik weitestgehend verzichten. Gesundheitspolitik, Krankenkassen, Konsumentenschutzeinrichtungen und Massenmedien ermöglichen somit den Weiterbestand der von mir angeprangerten Missstände.

Ich gebe gerne zu, dass meine Informationen derzeit unbequem und anstößig sind. Aber auch die Psychotherapie beruht ursprünglich auf den für die damalige Gesellschaft anstößigen Ansichten Sigmund Freuds.



Positives

Wenngleich ich auf Grund meiner langjährigen Erfahrungen und Informationen der Psychotherapie überwiegend negativ gegenüber stehe, anerkenne ich auch positive Seiten an ihr. Ich halte es für grundsätzlich empfehlenswert, seelische Probleme nicht durch Einnahme chemischer Substanzen, sondern durch geistig-emotionale Auseinandersetzung zu bearbeiten. Psychotherapie ist weitaus weniger bedenklich als Psychiatrie. Während Medikamente ihre Wirkung samt unerwünschten Wirkungen unweigerlich entfalten, besteht in gesprächsorientierten Behandlungen die Möglichkeit, die geistigen Inhalte abzulehnen und anders zu denken, als es von den Fachleuten erwünscht ist.

Einer meiner wichtigsten Leitsätze stammt von Sigmund Freud: "Die Stimme der Vernunft ist leise."
(Als Zitat ist dieser Satz aber falsch. Freud schrieb: "Die Stimme des Intellekts ist leise.")



Auswege

Aus gesundheitspolitischer Sicht wäre es notwendig, dass
- psychotherapeutische Behandlungen vollständig dokumentiert werden,
- klare Richtlininen samt Beispielen dazu gegeben werden, wo die Grenzen zwischen korrektem und falschem Verhalten liegen,
- Strafen für Fehlverhalten nicht nur theoretisch vorgesehen, sondern praktisch angewendet werden,
- und Geschädigte angemessen entschädigt werden.

Ich wäre auch mit einer viel einfacheren Alternative einverstanden, die aber leider ebenfalls nicht verwirklichbar erscheint, nämlich
- es müssen schriftliche Behandlungsverträge geschlossen werden, in denen deutlich darauf hingewiesen wird, dass es keine Haftung für Behandlungsfehler gibt.

Psychisch Kranken empfehle ich, sich gründliche Gedanken über die offensichtliche Unverbindlichkeit psychotherapeutischer Arbeit zu machen, Bevormundung und Irreführung abzulehnen, die individuell richtige Therapie selbst zu erfinden, und nach der tatsächlichen Wahrheit zu suchen und mit ihr zu leben, auch wenn diese von der Umgebung nicht anerkannt wird.

Erstellt am: 20.04.2006
Letzte Änderung: 22.04.2008

Beginn der Detailinformationen: Info 1


Besuchszähler: seit 20.04.2006

- Start - Flugblatt - Inhalt - Über mich - zum Seitenanfang Informationen - Danke - Witze - Links - Fragen - Diskussion -